D.A. Beyer, E. Amari, K. Diedrich, A. Schroeer, aus der Zeitschrift: "Der Gynäkologe" (Band 43, Heft 1, Januar 2010) Auszug aus der Seite 11
"Nach aktueller Datenlage ist die Überlegenheit des
Blastozystentransfers im Vergleich zum konventionellen Vorgehen umstritten, da in erster Linie jüngere Patientinnen, die eine hohe Zahl von Eizellen bilden, von dieser Methode profitieren. Im Gesamtkollektiv der Kinderwunschpatienten stellt diese Gruppe von jüngeren Patienten jedoch eher eine Minderheit dar."
Im Gegensatz zu den Ausführungen der Kollegen, ist unsere Meinung hierzu völlig KONTRÄR:
Nachdem mit zunehmenden Alter der Frau immer weniger befruchtete Eizellen sich zur
Blastozyste entwickeln, macht es gerade z.B. bei einer Frau zwischen 35 und 42 Jahren am meisten Sinn, aus einer Anzahl von mehr als 3 befruchteten Eizellen jene auswählen zu können, die sich tatsächlich zur Blastozyste entwickelt haben. Auch wenn weniger Eizellen vorliegen, so kann im Falle eines Entwicklungsstopps auf dem Stadium des Achtzellers der Frau rechtzeitig mitgeteilt werden, dass ein Transfer keinen Sinn macht, da sich keine Blastozyste entwickelt hat.
Wir Ärzte haben die Verpflichtung, die Frauen korrekt aufzuklären und nicht einen Transfer zu machen, wenn keine Aussicht auf eine Schwangerschaft besteht. Es ist evident, dass unterschiedliche Kulturtechniken und die Qualität der Kultur einen wesentlichen Einfluss auch auf die Entwicklung von Embryonen in der Kulturschale (in vitro) haben.
Unsere Techniken an den "IVF Zentren Prof. Zech" sind so gut entwickelt, dass eine Beeinflussung der Kultur auf die Blastozystenentwicklung mit größter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.
Natürlich ist auch bei einer jungen Frau zwischen 20 und 30 eine Auswahl im Blastozystenstadium angezeigt, hier benötigen wir allerdings nicht 10 Eizellen als Ausgang, sondern können uns auch mit 5 befruchteten Eizellen begnügen, wenn diese in die Blastozystenkultur geschickt werden. Die restlichen befruchteten Eizellen können in diesem Fall in einem Vorkernstadium konserviert werden und in Gruppen von jeweils 5 für ein zweites und drittes Kind der Reihenfolge nach aufgetaut und zur Blastozystenkultur eingesetzt werden!
Univ. Doz. Dr. Nicolas Zech