SPERMIENSELEKTION NACH MSOME/ IMSI:
VERGLEICHBAR MIT „NATÜRLICHER SELEKTION“ DER ZONA PELLUZIDA ?

Diesjähriger Forschungspreis beim größten österreichischen Kongress für Künstliche Befruchtung (OEGRM, Saalfelden, 2009) geht an  Dipl.-Biol. Magnus Bach, Spezialist für die IMSI
 
Bei der klassischen IVF (In vitro Fertilisierung) fungiert die Eizellhülle, Zona Pelluzida (ZP) als selektive biologische Barriere für abnormale Spermien, so dass in den meisten Fällen nur  „normale“ Spermien fähig sind eine Eizelle zu befruchten. In einer Veröffentlichung von Liu und Baker (2007) wurde diskutiert, dass der  ZP eine entscheidende Rolle bei der Selektion von Spermien mit normaler Morphologie, Motilität und DNA Integrität zugeschrieben werden kann. Während der ICSI wird dieser „natürliche“ Selektionsmechanismus umgangen und eine morphologische Beurteilung des Biologen, in der Regel bei 200-400x Vergrößerung, entscheidet über die Auswahl der Spermien. Die Güte der subjektiven morphologischen Befundung und Selektion kann durch neue hochauflösende Mikroskopiertechniken, Motile Sperm Organellar Morphologiy Examination (MSOME) bzw. Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection  (IMSI), zusätzlich verbessert werden. Studien unserer Arbeitsgruppe zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit ein normales Spermium ohne oder mit einer kleinen Vakuole (≤  4 % der Kopffläche) zu selektieren durch die IMSI Technik im Vergleich zur ICSI Methode (Intracytoplasmic Sperm Injection) signifikant erhöht war; vakuolisierte Spermien konnten somit präziser ausgeschlossen werden. Zusätzlich wurde bestätigt, dass Spermien mit großen Vakuolen (> 4% der Kopffläche) sich negativ auf die Embryonalentwicklung bzw. Blastozystenraten auswirken; vermutlich „late paternal effect“ (Vanderzwalmen 2008). Um die Effektivität der IMSI Technik zu untermauern, wurde in einer prospektiven Studie die Embryonalentwicklung bis zu den Blastozysten am Tag 5 an Geschwistereizellen im Vergleich zur ICSI Methode untersucht. Einschlusskriterien waren hierbei Patienten mit 1-2 negativen Vorversuchen, Alter der Frau ≤ 40 Jahre, Mann: OAT Syndrom. Im Vergleich zur ICSI, werden durch IMSI eine signifikant höhere Anzahl an Blastozysten bzw. Top - Blastozysten am Tag 5 der Embryonen - Kultur erzielt (Bach 2007). In einer aktuellen Studie wird derzeit untersucht, welchen Einfluss bei normalem Samenausgangsbefund (Normozoospermie) die in der Künstlichen Befruchtung gängigen Fertilisierung - Ttechniken ICSI und klassische IVF, im Vergleich zur IMSI, auf die Blastozysten - Entwicklung haben. Hierzu wurden anhand von Geschwistereizellen die Blastozysten - Raten nach klassischer IVF, konventioneller ICSI und hochauflösender IMSI gegenübergestellt. Erste Ergebnisse zusammengefasst zeigten, dass auch bei normalem Samenausgangsbefund (Normozoospermie) eine akkurate Spermienselektion durch IMSI einen Selektionsvorteil gegenüber ICSI hat und somit  einen positven Einfluss auf Blastozysten - Rate und Blastozysten - Qualität. Es zeigten sich keine Unterschiede in den Blastozysten - Raten zwischen IVF und ICSI. Die  Blastozysten - Rate bzw. Top – Blastozysten - Rate war in der IMSI Gruppe im Vergleich zur IVF- und ICSI Gruppe erhöht.

Forschungspreis: Künstliche Befruchtung bei Kinderwunsch und IMSI (Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection) 

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Dipl.-Biol. Magnus Bach, Spezialist für die IMSI

Univ. Doz. Dr. Nicolas Zech, Spezialist in assistierter Reproduktionsmedizin (Künstliche Befruchtung bei Kinderwunsch), Verfasser des Artikels

IUI (Intrauterine  Insemination)

IUI (Intrauterine Insemination)

IMSI (Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection)

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